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Geohabel - Wetterfotografie von Matthias Habel

Gewitter am 27.07.2005

Sie haben Interesse an meinen Bildern?
Dann schreiben Sie mir eine email an matthias@geohabel.de!

Gewitter am 27.07.2005 Gewitter am 27.07.2005
   
Gewitter am 27.07.2005 Gewitter am 27.07.2005
   
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Gewitter am 27.07.2005
 
Gewitter am 27.07.2005
 

Auch die Medien wurden auf meine Bilder aufmerksam:

Bericht WDR - Aktuelle Stunde Bericht WDR - Aktuelle Stunde
     
Bericht ARD - Wetter vor der Tagesschau Bericht WDR - Wetter vor der Tagesschau
     
Bericht WDR - Wetter vor der Tagesschau Bericht WDR - Wetter vor der Tagesschau
     
Bericht WDR - Wetter vor der Tagesschau Bericht WDR - Wetter vor der Tagesschau
     

Lesen Sie nachfolgend noch meinen Bericht, den ich im Forum der Wetterzentrale eingestellt habe!

Hallo zusammen,

ich bin immer noch überwältigt von der Schönheit der Natur am heutigen Abend. Eigentlich hatte ich noch gar nicht mit einem viel versprechenden Gewitterabend hier in Bonn gerechnet. Aber es sollte GANZ anders kommen. Gegen 22 Uhr hörten wir die ersten Donner und sahen ein Lichtspektakel am Westhorizont, wie ich es noch nicht erlebt hatte.

Diana und ich sprangen also ins Auto und fuhren wenige Kilometer nach Osten auf die ersten Ausläufer des Westerwaldes, um hier die Zellen in Empfang zu nehmen. Unterwegs bereits blitze es häufig, wobei ich mich doch mehr auf die Straße konzentrieren musste. 15 Minuten später standen wir auf einem Feldweg zwischen Hennef und Uckerath - und was ich hier geboten bekam, hat mit Recht das Prädikat "spektakulärstes Gewitter- und Blitzfeuerwerk meines Lebens" verdient (und ich habe nicht gerade wenige Gewitter in meinem Leben gesehen - aber SO WAS, nein - so was habe ich wirklich noch nie zuvor erlebt!).

Es blitze rings um uns herum, im Norden, im Süden, im Osten und im Westen - einzig über uns war ein wenig Ruhe. Ideal also, um einige Fotos zu schießen. Etwa 10 Minuten lang habe ich dort geknipst, bevor es mir zu brenzlig wurde. Die Blitzfrequenz würde ich UNGELOGEN auf etwa 60 bis 80 Blitze pro Minute schätzen. Wie schön, auf diese Weise zu fotografieren. Belichtungszeit 10 Sekunden und Feuer. Den Rest macht nach den entsprechenden Einstellungen die Kamera. Dann fing es auch rasch an zu regnen, ich machte noch einige Bilder durch die Frontscheibe, warf via WAP einen Blick aufs Radar und beschloss, ein wenig nach Süden zu fahren.

Also rauf auf die A3 bis zur Ausfahrt Siebengebirge, dort wieder runter und auf einem Feld postiert. Weiterhin blitze es ringsum, die Luft war wie im Dampfbad - etwa 23 Grad bei nahezu gesättigter Luft - man schwitze bei der kleinsten Bewegung.

Plötzlich kündigte sich hinter und über dem Großen Ölberg wahrlich GRANDIOSES an. Eine wahre "Hochzeitstorte" kam da angezogen, dreistöckig und wohl in Schichten geordnet. Welch einen Anblick hätte dieses Gebilde am helllichten Tag abgegeben... aber auch in der Nacht wirkte es gigantisch, erleuchtet und angestrahlt von Blitzen ohne Ende. Die Böenfront zog über den Großen Ölberg hinweg und hüllte den Sendemasten binnen Sekunden in dichten Nebel, der dann den Berg wie eine Walze hinab gekrochen kam - es wirkte gespenstisch. Dann erreichten die Böen auch unseren Standort - kurz, aber heftig. Es regnete etwa 5 Minuten, wobei es unmittelbar hinter der "Hochzeitstorte" sternenklar wurde. Mit enormer Geschwindigkeit zog die ganze Chose Richtung Ost/Südost weiter, und Diana und ich blickten gebannt und ehrfürchtig diesem "Gerät" hinterher.

Schnell baute ich nach dem Regen das Stativ wieder auf - weiter knipsen. Die abziehende Zelle bot nun ihr Feuerwerk "von hinten" an. Welch ein faszinierendes Schauspiel bot diese Zelle an einem ansonsten etwa zur Hälfte sternenklarem Himmel - immer noch schleuderte sie Blitze im Sekundentakt, viele davon in Richtung Erde. Der ganze Wolkenturm schien zu glühen - mal rot, mal gelb, mal orange - einfach grandios, grandios, grandios. Die Zelle zog ab und langsam aber sicher kam zur Krönung dann auch noch der Mond hinter der abziehenden Zelle hervor. Diesen Moment habe ich weitestgehend ohne Kamera genossen - man stelle sich eine wild blitzende Gewitterzelle vor dem klaren Sternenhimmel vor, die langsam aber sicher den Mond preisgibt, nicht ohne dabei wiederholt aufzuglühen!

Langsam aber sicher war die Zelle dann zu weit weg, um noch passable Aufnahmen zu liefern. Also wendete ich mich mit meiner Kamera dem Nord- und Nordosthorizont zu, wo sich eine weitere Zelle schon seit etwa 20 Minuten aufs Heftigste austobte. Auch hier ein Blitzstaccato vom Allerfeinsten, unheimlich viele Bodenblitze aber auch einige schöne Wolkenblitze.

Nachdem wir fast drei Stunden auf diesem Feldweg verbracht hatten, fuhren wir noch kurz auf DEN Petersberg. Unterwegs sah man, dass die Böen hier heftig gewesen sein müssen. Äste und Laub lagen auf der Straße und zeugten von hohen Windgeschwindigkeiten. Vom Gipfel des Petersberges warfen wir der Zelle im Nordosten noch einmal einen Blick hinterher, die hier in ihrer ganzen Pracht noch einmal zu sehen war.

Anschließend ging es dann nach Hause, wo wir gegen 4 Uhr ankamen. Diana fiel sofort hundemüde ins Bett - doch ich konnte und kann an Schlafen noch nicht denken - zu überwältigt bin ich noch von den Eindrücken dieses Abends und dieser Nacht. 250 Aufnahmen durchgeschaut - wohlgemerkt, die 250 Aufnahmen sind diejenigen, die übrig geblieben sind, nachdem ich die Fehlschüsse gelöscht habe. 4 Stunden fotografieren und als Ergebnis 250 Blitzaufnahmen - so was hätte ich mir nie im Leben träumen lassen.

Nachfolgend zeige ich die auf den ersten Blick mir am schönsten erscheinenden Aufnahmen dieses Abends. Ich habe noch nicht so viel an den Aufnahmen rumgebastelt - nur ab und an nachgeschärft, Namensstempel rein und verkleinert. Daher bitte ich auch, die Qualität einiger Aufnahmen vorerst zu entschuldigen. Ich werde vermutlich erst in den nächsten Tagen dazu kommen, alle Aufnahmen entsprechen in Szene zu setzen, wobei ich jetzt schon weiß, dass die Bilder die reale Stimmung, die Dynamik des Himmels, der Blitze, den Sound der Donner, ja die gesamte Situation nicht ansatzweise vermitteln.

Ich hoffe, dass dieser lange Bericht nicht zu langweilig war. Aber ich musste einfach mal meine Emotionen, meine Überwältigung "zu Papier" (bzw. zu Tastatur) bringen.

Abschließend (bevor ich zu den Bildern komme) möchte ich noch einmal betonen, dass sich meine Faszination ausschließlich auf die Urgewalt der Natur bezieht. Das Gewitter dieser Heftigkeit enorme Schäden verursachen, tut mir für die betroffenen Familien und Haushalte sehr leid. Dennoch kann ich das leider leider nicht ändern und hoffe, dass allen Lesern klar ist, wie genau meine Faszination zu verstehen ist.

Seid alle gegrüßt von einem tief beeindruckten

Matthias